Wie viel von meiner Spende kommt wirklich an?
Das DZI-Raster für Werbe- und Verwaltungskosten
Das DZI bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben einer Organisation nach diesem Maßstab:
| Anteil an den Gesamtausgaben | DZI-Bewertung |
|---|---|
| bis 10 % | niedrig |
| über 10 bis 20 % | angemessen |
| über 20 bis 30 % | vertretbar |
| über 30 % | nicht mehr vertretbar |
Zur Einordnung: Organisationen mit DZI-Spenden-Siegel verwenden im Durchschnitt rund 88 von 100 Euro direkt für ihre Programmarbeit, etwa 12 Euro für Werbung und Verwaltung.
Warum „so niedrig wie möglich" der falsche Maßstab ist
Es gibt in Deutschland keine gesetzlich fixierte Obergrenze für Verwaltungskosten — das DZI-Raster ist eine fachliche Orientierung, kein Gesetz. Und der naheliegende Umkehrschluss „je weniger Verwaltung, desto besser" führt in die Irre: Wer gar nicht in Buchhaltung, Kontrolle, Wirkungsmessung und seriöse Öffentlichkeitsarbeit investiert, arbeitet selten wirksam und transparent. Eine sehr niedrige Quote kann sogar bedeuten, dass an der falschen Stelle gespart wird. Sinnvoll ist deshalb nicht die niedrigste, sondern eine angemessene Quote im Verhältnis zur geleisteten Arbeit.
Was zählt zu Werbe- und Verwaltungskosten?
Dazu gehören Ausgaben für die Einwerbung von Spenden (etwa Mailings, Anzeigen, Kampagnen) sowie für die allgemeine Verwaltung (Leitung, Buchhaltung, Geschäftsstelle). Davon zu unterscheiden sind die Projekt- bzw. Programmausgaben, die direkt der satzungsgemäßen Arbeit zugutekommen. Wichtig: Die Abgrenzung ist nicht bei jeder Organisation identisch — ein direkter Vergleich einzelner Prozentzahlen über verschiedene Organisationen hinweg ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Wo finde ich die Quote einer Organisation?
Die Werbe- und Verwaltungskostenquote steht in der Regel im Jahres- oder Finanzbericht der Organisation. Für siegeltragende Organisationen veröffentlicht das DZI die Bewertung in seiner Spenderberatung. Wo Spendenpilot belastbare Finanzangaben gefunden hat, zeigen wir sie im jeweiligen Organisationsprofil und im Seriositäts-Check an — andernfalls bleibt das Feld ehrlich leer.