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Kurzantwort

Wie viel einer Spende bei der eigentlichen Hilfe ankommt, hängt von den Werbe- und Verwaltungskosten der Organisation ab. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet einen Anteil bis 10 % als niedrig, bis 20 % als angemessen und bis 30 % als vertretbar; oberhalb von 30 % gilt er als nicht mehr vertretbar. Organisationen mit DZI-Spenden-Siegel setzen im Schnitt rund 88 von 100 Euro direkt für die Programmarbeit ein. Wichtig: Ein gewisser Anteil für Verwaltung, Prüfung und Wirkungsmessung ist normal und sinnvoll — extrem niedrige Quoten sind kein Qualitätsbeweis.

Wie viel von meiner Spende kommt wirklich an?

Ratgeber · Spendenpilot-Redaktion · Stand: 21.06.2026

Das DZI-Raster für Werbe- und Verwaltungskosten

Das DZI bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben einer Organisation nach diesem Maßstab:

Anteil an den GesamtausgabenDZI-Bewertung
bis 10 %niedrig
über 10 bis 20 %angemessen
über 20 bis 30 %vertretbar
über 30 %nicht mehr vertretbar

Zur Einordnung: Organisationen mit DZI-Spenden-Siegel verwenden im Durchschnitt rund 88 von 100 Euro direkt für ihre Programmarbeit, etwa 12 Euro für Werbung und Verwaltung.

Warum „so niedrig wie möglich" der falsche Maßstab ist

Es gibt in Deutschland keine gesetzlich fixierte Obergrenze für Verwaltungskosten — das DZI-Raster ist eine fachliche Orientierung, kein Gesetz. Und der naheliegende Umkehrschluss „je weniger Verwaltung, desto besser" führt in die Irre: Wer gar nicht in Buchhaltung, Kontrolle, Wirkungsmessung und seriöse Öffentlichkeitsarbeit investiert, arbeitet selten wirksam und transparent. Eine sehr niedrige Quote kann sogar bedeuten, dass an der falschen Stelle gespart wird. Sinnvoll ist deshalb nicht die niedrigste, sondern eine angemessene Quote im Verhältnis zur geleisteten Arbeit.

Was zählt zu Werbe- und Verwaltungskosten?

Dazu gehören Ausgaben für die Einwerbung von Spenden (etwa Mailings, Anzeigen, Kampagnen) sowie für die allgemeine Verwaltung (Leitung, Buchhaltung, Geschäftsstelle). Davon zu unterscheiden sind die Projekt- bzw. Programmausgaben, die direkt der satzungsgemäßen Arbeit zugutekommen. Wichtig: Die Abgrenzung ist nicht bei jeder Organisation identisch — ein direkter Vergleich einzelner Prozentzahlen über verschiedene Organisationen hinweg ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Wo finde ich die Quote einer Organisation?

Die Werbe- und Verwaltungskostenquote steht in der Regel im Jahres- oder Finanzbericht der Organisation. Für siegeltragende Organisationen veröffentlicht das DZI die Bewertung in seiner Spenderberatung. Wo Spendenpilot belastbare Finanzangaben gefunden hat, zeigen wir sie im jeweiligen Organisationsprofil und im Seriositäts-Check an — andernfalls bleibt das Feld ehrlich leer.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent meiner Spende sollten bei der Hilfe ankommen?

Als Orientierung bewertet das DZI Werbe- und Verwaltungskosten bis 10 % als niedrig, bis 20 % als angemessen und bis 30 % als vertretbar. Organisationen mit DZI-Siegel verwenden im Schnitt rund 88 von 100 Euro direkt für die Programmarbeit.

Gibt es eine gesetzliche Obergrenze für Verwaltungskosten?

Nein. In Deutschland gibt es keine gesetzlich fixierte Obergrenze. Das DZI-Raster (niedrig/angemessen/vertretbar bis 30 %) ist eine fachliche Orientierung, kein Gesetz.

Sind hohe Verwaltungskosten ein Zeichen für Unseriosität?

Nicht zwangsläufig. Ein Anteil über 30 % gilt nach DZI-Maßstab als nicht mehr vertretbar und ist ein Warnsignal. Umgekehrt sind aber auch extrem niedrige Quoten kein Gütesiegel — ein gewisser Aufwand für Verwaltung, Prüfung und Wirkungsmessung ist nötig, um wirksam zu arbeiten.

Wo finde ich die Verwaltungskosten einer Organisation?

Im Jahres- oder Finanzbericht der Organisation; für siegeltragende Organisationen auch in der DZI-Spenderberatung. Spendenpilot zeigt belegte Finanzangaben im Organisationsprofil an.

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